Die Auktionssaison März 2026 in Hongkong hat gezeigt: Der asiatische Kunstmarkt erholt sich mit Nachdruck. Christie's, Sotheby's und Phillips erzielten gemeinsam rund 1,25 Milliarden Hongkong-Dollar (circa 160 Millionen US-Dollar) — alle drei Häuser meldeten bessere Ergebnisse als erwartet, Christie's und Sotheby's beide mit White-Glove-Sales.
Gerhard Richter bleibt die unerschütterliche Leitwährung des Marktes: Sein „Abstraktes Bild" (1991) erzielte bei Christie's Hongkong HK$ 92,1 Millionen (ca. 11,8 Millionen US-Dollar). Noch beeindruckender: Joan Mitchell setzte mit „La Grande Vallée VII" einen neuen Asien-Rekord — HK$ 129,1 Millionen (ca. 17,6 Millionen US-Dollar) bei Sotheby's, ein Sprung von 84,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Besonders signifikant aus zeitgenössischer Perspektive: Lenz Geerk setzte mit „Couple on a Fresco" bei Christie's einen neuen persönlichen Auktionsrekord — HK$ 2,1 Millionen (ca. 275.000 US-Dollar). Für einen Maler, der noch keine 40 ist, ist das eine Zahl mit Bedeutung: Der Markt hat gewertet. Dass ein noch vergleichsweise junger Gegenwartsmaler mit figurativen Ölgemälden im siebenstelligen Hongkong-Dollar-Bereich handelt, ist ein deutliches Signal: atmosphärisch aufgeladene Figuration ist gefragter denn je.
Ebenfalls auf dem indischen Subkontinent war die Marktdynamik spürbar: Ein Gemälde von Raja Ravi Varma, „Yashoda and Krishna" (ca. 1890er), wurde für 17,9 Millionen US-Dollar versteigert — ein neuer Rekord für südasiatische Malerei.