Der globale Kunstmarkt präsentiert sich im Frühjahr 2026 als geteiltes System. Das neue Art Basel & UBS Global Art Market Report 2026 meldet für 2025 ein globales Gesamtvolumen von $59,6 Milliarden — ein Plus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Auktionsumsätze legten um neun Prozent auf $20,7 Milliarden zu; der Galerienbereich wuchs moderat um zwei Prozent auf $34,8 Milliarden. Der US-amerikanische Markt verzeichnete nach zwei Jahren Kontraktion das erste jährliche Wachstum seit 2022: ein Plus von 23 Prozent auf $3,17 Milliarden Auktionsumsatz.
Doch hinter den Wachstumszahlen verbirgt sich ein struktureller Bruch. Die spektakulären Erlöse der Herbst-Auktionssaison 2025 stammten ausnahmslos aus frühem bis mittlerem 20. Jahrhundert. Sotheby's erzielte mit Gustav Klimts Portrait of Elisabeth Lederer (1914–16) den sagenumwobenen Preis von $236,4 Millionen — der neue Weltrekord für Moderne Kunst. Frida Kahlo setzte drei simultane Rekorde auf einmal: für Kahlo, für lateinamerikanische Kunst, für Werke einer Künstlerin — mit $54,7 Millionen. Basquiats Crowns (Peso Neto) (1981) erlöste $48,3 Millionen.
Selbst im Bereich zeitgenössischer Malerei sind es die etablierten Namen, die Fahrt aufnehmen: Cecily Browns High Society (1997) verbesserte ihren Künstlerrekord bei Sotheby's New York um 44 Prozent auf $9,81 Millionen — das Werk schätzte man auf maximal sechs Millionen. Das eigentliche Debakel des Zyklus ist das „Young Contemporary"-Segment: Die Auktionsumsätze für junge zeitgenössische Kunst brachen zwischen 2022 und 2024 um 71 Prozent ein. Der Spekulationsboom der Pandemie-Jahre ist endgültig vorbei. Die Marktstruktur verschiebt sich zurück zu institutionell gestützten Karrieren über mehrere Jahrzehnte — weg vom viralen Instagram-Hype.