Die Rangordnung des Frühjahrs liest sich kürzer als sonst. Am 29. März 2026 ging Joan Mitchells La Grande Vallée VII (1983/84) bei Sotheby's Hong Kong für HK$137,3 Millionen — etwa US$17,6 Millionen — an einen Online-Bieter. Der Zuschlag liegt knapp über der unteren Schätzung von HK$110 Millionen und macht das Diptychon zum teuersten je in Asien versteigerten Werk einer Künstlerin. Mitchells eigener Auktionsrekord wurde damit für die Region neu gesetzt. Im Saal lief weiter Mark Rothkos No. 10 (1949): HK$66,8 Millionen mit Gebühren, mehr als das Doppelte der unteren Taxe. Sotheby's Hong Kong Spring Week generierte rund US$160 Millionen — die Region scheint nach der Flaute des Vorjahres wieder Sammlerkapital zu binden.
In New York fielen die Mid-Season-Sales bei Christie's, Sotheby's und Phillips deutlich verhaltener aus. Höchstgebot der Saison: Jeff Koons' Winter Bears für US$7,6 Millionen — ein Mid-Season-Rekord, aber kein Marktsignal. Erfreulicher der Befund am unteren Ende der A-Liste: Alma Thomas' Snoopy Sees Sunrise on Earth (1970) erzielte US$3,8 Millionen, der zweithöchste je für Thomas notierte Preis. In Paris lieferte Sotheby's mit einer Monet-Wiederentdeckung €10,2 Millionen — der höchste Monet-Preis, der jemals in Frankreich auktioniert wurde.
Im großen Bild: Der US-Auktionsmarkt schloss 2025 bei US$3,17 Milliarden um 23 Prozent über Vorjahr — das erste Jahresplus seit 2022. Global stiegen die Verkäufe nach den Zahlen des Art-Basel/UBS-Reports auf rund US$59,6 Milliarden (+4 Prozent), die öffentlichen Auktionen auf US$20,7 Milliarden (+9 Prozent). Die Anzahl der gehandelten Lose fiel jedoch um knapp 20 Prozent — ein Markt, der enger und selektiver wird. 43 Prozent der befragten Galerist:innen erwarten für 2026 steigende Umsätze, 38 Prozent stabile. Die entscheidenden Mai-Auktionen in New York werden zeigen, ob der Frühling den Trend trägt.